Vatergedanken

von Klaus Nedeljković

Gestern ist ein Mensch, den ich sehr schätze und dem ich emotional tief verbunden bin, zum dritten Mal Vater geworden. Er kennt sie also – jene überwältigenden Gefühle, die aufkommen, wenn das eigene neugeborene Kind zum ersten Mal das Licht der Welt erblickt. Er weiß um die vielfältigen Gedanken, die einen bewegen, angetrieben von einer liebe- und sehnsuchtsvollen Verantwortung, die für jeden Vater einzigartig ist und für immer in Erinnerung bleibt. Apropos Erinnerung: Ein Gedicht, das ich einst für meine Kinder schrieb, ist meine bleibende Erinnerung an das, was sich niemals ändern wird: ein Vater zu sein.

Es ist Nacht und ich liege neben dir.
Selig schläfst du, vom Mondlicht zärtlich zugedeckt.
Und ich schaue auf deine kleinen, nackten Füße,
so zart und ruhend in meine Richtung gestreckt.
Wohin sie dich in deinem Traum wohl tragen?
Welche Schritte werden sie gerade wagen?
Jetzt, und wenn sie größer sind?
Wenn du erwachsen bist und nicht mehr Kind?
Ich habe so viele Fragen.
Was ist, wenn du ängstlich oder mutig bist?
Welchen Wegen wirst du folgen?
Wohin du auch gehst, schau nur zurück,
immer auch mit Blick auf dein Glück.
Und nach vorn, mit Zuversicht –
sieh die Dinge im rechten Licht.
Entdecke neugierig, wohin dein Herz dich führt.
Bleib, wer du bist, wenn dich was berührt,
und bleib stark, wo man den Menschen verführt.
Und mach doch alle Fehler, die du gewiss machen wirst.
Ich liebe dich und schlafe jetzt müde ein,
mit dem Versprechen, immer für dich da zu sein.
Immer da zu sein…
Gute Nacht, mein Kind. Gott beschütze dich.
Papa!